Schulkindergarten

Im Schulkindergarten werden schulpflichtige Kinder unterrichtet, die für den Einstieg in die erste Klasse zusätzliche Förderung in ihrer (sprachlichen) Entwicklung benötigen. Der Schulkindergarten wird von einer ausgebildeten Förderschullehrerin oder einem Förderschullehrer geleitet. Zusätzlich stehen den Schülerinnen und Schülern wöchentlich zwei Stunden individuelle Sprachtherapie zur Verfügung.

Im Schulkindergartenbesuchsjahr werden die Schülerinnen und Schüler auf den Besuch der ersten Klasse vorbereitet. Am individuellen Förderbedarf orientiert erwerben sie die Lernvoraussetzungen für das Lesen und Schreiben, den Mathematikunterricht, werden in ihrer sprachlichen und motorischen Entwicklung gefördert und erhalten gezielte Angebote zur Schulung der Wahrnehmung.

Innerhalb des Schuljahres werden die Phasen des Spielens reduziert und der Anteil der Arbeitsphasen allmählich gesteigert. Die Schülerinnen und Schüler werden motiviert sich mit neuen Unterrichtsinhalten auseinanderzusetzen.

Zur Förderung der individuellen Sprech- und Sprachfähigkeit gehören:

  • die Förderung der auditiven Wahrnehmung (differenzierte Hörübungen, auch computergestützt)
  • die Arbeit am Wortschatz mit Hilfe gezielter Begriffsbildung
  • die Einführung mundmotorischer Spiele und Übungen zur Lautdifferenzierung und Artikulation
  • die Erweiterung grammatischer Strukturen mit Hilfe von Modelliertechniken und sprachtherapeutischen Spielen

Zu den Lernvoraussetzungen im Bereich des Lesens und Schreibens zählen:

  • einen Begriff von mehr, weniger und gleich zu entwickeln
  • die simultane Mengenerfassung möglichst bis 6 zu beherrschen
  • sicher in der 1:1 Zuordnung zu sein
  • Formen und Farben sicher zu erkennen und zu benennen
  • eine Vorstellung von mathematischen Größen zu entwickeln (Zeit, Länge, Gewicht)

Wichtige weitere Förderschwerpunkte liegen in der Wahrnehmung und Motorik:

  • Übungen zur Förderung der Raum-Lage-Wahrnehmung
  • der Figur-Grund-Wahrnehmung
  • der Auge-Hand-Koordination
  • die Schulung des Gleichgewichts (Vestibuläre Wahrnehmung)
  • psychomotorische FörderungUm dieses Jahr möglichst effektiv nutzen zu können ist eine enge Zusammenarbeit mit den Eltern und behandelnden Logopäden/Sprachtherapeuten oder Ergotherapeuten wünschenswert. Am Ende des Besuchs des Schulkindergartens wird der Förderbedarf erneut festgestellt und eine Empfehlung zur weiteren Beschulung ausgesprochen.