Beratungskonzept

Beratung ist eine wichtige Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer der Gutzmannschule. Sie kann von Schüler/innen und ihren Erziehungsberechtigten, aber auch von Lehrer/innen anderer Schulen und Mitarbeiter/innen aus Kindergärten in Anspruch genommen werden. Auch Erziehungsberechtigte, deren Kinder noch keine Schule besuchen, werden bei Bedarf durch die Lehrkräfte der Gutzmannschule beraten. 

In persönlichen Gesprächen können sprachtherapeutische, allgemein pädagogische oder erzieherische Fragen besprochen werden. Je nach Kontext und individueller Ausgangslage werden relevante therapeutische, schulische und/oder berufliche Möglichkeiten und Alternativen aufgezeigt und erörtert. 

Im Einzelnen erfolgt Beratung in folgenden Kontexten:

1. Beratung im Rahmen der Einschulung

a) Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs

Vor der sonderpädagogischen Überprüfung findet ein Anamnesegespräch mit den Erziehungsberechtigten statt, in dem auf die individuelle Vorgeschichte des Kindes eingegangen wird, aber auch erste Fragen der Eltern geklärt werden können. Im Anschluss an die Überprüfung werden die Erziehungsberechtigten anhand der Ergebnisse über schulische und außerschulische Fördermöglichkeiten und einen angemessenen Beschulungsort für ihr Kind individuell beraten.

b) Informationsabend

Eltern, die vorhaben, bei ihrem Kind aufgrund von Sprachauffälligkeiten feststellen zu lassen, ob ein sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegt, haben vor der Überprüfung Gelegenheit, sich in einer allgemeinen Veranstaltung zu informieren. Dieser erste Informationsabend, der regelmäßig im Februar stattfindet, ist vordergründig für die Eltern der möglichen Einschüler/innen und Schulkindergartenkinder des Folgeschuljahres, darüber hinaus aber auch für andere Interessierte wie z. B. Erzieher und Erzieherinnen aus Sprachheilkindergärten und anderen Kindergärten ausgerichtet.  

Ziel ist es, über die Arbeit im Primarbereich in der Gutzmannschule zu informieren sowie den Eltern einen ersten Dialog anzubieten.

Themen sind unter anderem:

  • die verschiedenen Sprachbeeinträchtigungen
  • die Arbeit im Schulkindergarten: Informationen über die zu fördernden grundlegenden Kompetenzen für die Einschulung
  • wichtige Lernvoraussetzungen bzw. zu erwerbende Einsichten für den Schriftspracherwerb und das Fach Mathematik im ersten Schuljahr
  • Möglichkeiten der Sprachförderung innerhalb des Unterrichts

c) Individuelle Beratung

Sollten noch Fragen offen bleiben, können sich Erziehungsberechtigte von sprachauffälligen Kindern vor der Einschulung bei Bedarf auch individuell beraten lassen.

2. Beratung im Rahmen allgemeiner Elternarbeit

a) Elternsprechtage

Jeweils nach den Halbjahreszeugnissen findet ein Elternsprechtag statt, an dem die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer und alle Fachlehrer/innen zu Gesprächen zur Verfügung stehen. Gegenstand der Beratung ist hier zuvorderst der Lern- und Leistungsstand des Kindes.

b) Förderpläne

Für jedes Kind wird von der Klassenlehrerin/dem Klassenlehrer in Zusammenarbeit mit den Fachlehrer/innen ein individueller Förderplan erstellt. Er enthält Angaben zu allen relevanten Entwicklungsbereichen und weist die individuellen Förderschwerpunkte und Fördermaßnahmen aus. Er ist Gegenstand regelmäßiger Beratungen in den Zeugniskonferenzen (siehe auch Konzeption Förderplan). 

c) Elternabende

Auf Wunsch der Eltern oder auf Bitte der Klassenlehrerin/des Klassenlehrers werden mehrmals im Schuljahr Elternabende durchgeführt. Hier werden die Inhalte des Unterrichts dargelegt und notwendige Absprachen über Klassenangelegenheiten getroffen. Mindestens ein Elternabend pro Schuljahr am Schuljahresanfang ist verbindlich vorgesehen.

d) Individuelle Elternarbeit

Je nach Bedarf werden auf Wunsch der Eltern oder der Schule Gespräche zwischen Lehrkraft und Eltern, ggf. gemeinsam mit dem Kind, geführt. Hier werden auf der Grundlage gemeinsamer Überlegungen über die Entwicklungserfordernisse des Kindes individuelle Maßnahmen, die von Schule und Elternhaus gemeinsam getragen werden müssen, erörtert oder es wird über Besonderheiten informiert. 

3. Beratung im Rahmen der Schullaufbahnempfehlungen (Klasse 3/4)

a) Informationsabend Klasse 3

Im 2. Halbjahr der 3. Klasse ist eine Informationsveranstaltung für Erziehungsberechtigte mit dem Thema „Schullaufbahnempfehlung“ in allen Grundschulen vorgesehen. In der Gutzmannschule wird bei der Information durch die Schulleitung darauf geachtet, alle Möglichkeiten des Schulwechsels mit den Anforderungsprofilen der jeweiligen Schulformen vorzustellen. 

Themen sind unter anderem:

  • Bildungsstandards für Klasse 4
  • Arbeitsweisen und Leistungsanforderungen der weiterführenden Schulen
  • Verfahren zur Erstellung der Schullaufbahnempfehlung
  • sonderpädagogischer Förderbedarf und Schulwechsel

b) Beratungsgespräche

Die vorläufigen Schullaufbahnempfehlungen werden zusammen mit den Zeugnissen des 1. Schulhalbjahres der 4. Klasse ausgehändigt. Beim Elternsprechtag zum Schulhalbjahr oder ggf. zu gesondert vereinbarten Terminen werden diese vorläu-figen Empfehlungen mit den Eltern besprochen. Dabei wird auf den Beschulungswunsch der Eltern und ihre Fragen bezüglich der Empfehlungsinhalte sowie auf die individuelle Lernentwicklung des Kindes eingegangen.

Die Anforderungen der unterschiedlichen Schulformen/Schulzweige werden inner-halb des Gespräches erneut thematisiert, sodass die Gründe für die Empfehlung transparent werden.

Besteht weiterer Informationsbedarf, kann ein Termin für ein weiteres Beratungsgespräch vereinbart werden. 

Erst mit dem Zeugnis am Ende des Schuljahres wird die endgültige Empfehlung mit einer Erklärung zum individuellen Förderbedarf erstellt und an die Eltern ausgegeben. Die Eltern geben der Schule anschließend eine Rückmeldung darüber, wo sie ihr Kind anmelden werden.

c) Informationsabend Klasse 4

Zu Beginn des 2. Halbjahres der Klasse 4 findet ein Informationsabend für Eltern von Viertklässlern statt, bei denen weiterhin ein umfassender sonderpädagogischer Förderbedarf besteht, so dass eine Beschulung im Sekundarbereich I der Gutzmannschule erforderlich ist.

Gemeinsam mit der Schulleitung informieren Kolleginnen/Kollegen des Sek.I-Bereiches darüber, welche allgemeinen und fachlichen Voraussetzungen die Schülerinnen und Schüler mitbringen sollten. 

Themen sind unter anderem:

  • Themenschwerpunkte und Bewertungsverteilungen am Beispiel von Hauptfächern (Mathematik, Deutsch, Englisch) und weiteren Fächern wie GSW (Geschichte, Soziales, Weltkunde) bzw. NTW (Naturwissenschaften)
  • sprachliche Förderschwerpunkte
  • Möglichkeiten der Differenzierung
  • Berufsorientierungskonzept/mögliche Schulabschlüsse

4. Abschluss- und Berufsberatung

siehe Ausführungen zum Kooperationskonzept/Konzept Berufsberatung/Terminplan Sekundarbereich I

5. Beratung an Grund-, Haupt- und Realschulen

Alle Grund-, Haupt- und Realschulen im Einzugsbereich der Gutzmannschule können die Beratung der Gutzmannschule in Anspruch nehmen, wenn sie Fragen oder Probleme im Zusammenhang mit sprachlichen Beeinträchtigungen haben. Darüber hinaus haben die Grundschulen die Möglichkeit, fest im Stundenplan verankerte Stunden des Mobilen Dienstes zu beantragen. Im Rahmen des Mobilen Dienstes sucht eine Lehrkraft der Gutzmannschule einmal wöchentlich die Grundschule auf, arbeitet mit sprachbeeinträchtigten Kindern einzeln oder in kleinen Fördergruppen und berät bei Bedarf Lehrer und Eltern.

a) Lehrerberatung

Die Lehrkräfte der Gutzmannschule beraten Lehrer/innen an den Regelschulen in ihrem Einzugsbereich in allen Fragen rund um sprachliche Beeinträchtigungen und angemessene Fördermaßnahmen.

Beratungsinhalte können sein:

  • Erkennen von Lese-Rechtschreib-Problemen
  • Erkennen von Sprachproblemen
  • Beratung über schulische Förderungsmöglichkeiten
  • Beratung, wenn außerschulische Förderung notwendig ist (Vorgehensweise, Anlaufstellen etc.)

b) Elternberatung

Die Lehrkräfte beraten die Erziehungsberechtigten der Kinder, mit denen sie an den Grundschulen arbeiten oder die ihnen an den Regelschulen von den Lehrkräften vorgestellt wurden.

Beratungsinhalte können sein:

  • Information über individuelle Sprachauffälligkeiten sowie Fördermöglichkeiten
  • Beratung über Beschulungsmöglichkeiten bei bestehenden Lese-Recht-schreib-Problemen
  • Beratung über Möglichkeiten der häuslichen Förderung und Unterstützung
  • Empfehlung der Aufnahme einer ambulanten Sprachtherapie

3 Anlagen

Fahrplan zur Schullaufbahnempfehlung

Fahrplan zur Schullaufbahnempfehlung für Erziehungsberechtigte

Terminplan Sekundarbereich I